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Unsinnige Zinskritik

Wenn ihr euch für Wirtschaft im speziellen VWL und Geldtheorie interessiert, dann seid ihr bestimmt schon auf Silvio Gesell bzw. eher seinen Anhängern (Gesell selber ist 1930 gestorben) und Zinskritikern in Foren gestoßen, die in etwa folgendes Behaupten:

„Zinsen funktionieren nicht, da derjenige, der das Geld druckt und an Staaten, große Unternehmen und Geschäftsbanken ausgibt (meist sind das die Zentralbanken) Zinsen verlangt und somit mehr Geld wieder zurück bekommen muss als er überhaupt in das System pumpt. Das kann nicht funktionieren.“

Als Beispiel werden gerne einfache Modelle genannt. So gibt z.B. eine Person A als Kapitalgeber 100 GE (Geldeinheiten) an einem Kreditnehmer Person B ab. Zurückzahlen muss er aber z.B. 105 GE. Da in diesem Modell nur 100GE existieren, ist dies nach Aussage der Zinskritiker nicht möglich.

Wenn ihr jetzt meint, dass das logisch klingt und man müsste den Zins abschaffen, dann habt ihr euch vermutlich noch nicht richtig mit den schon genannten Themen auseinander Gesetzt. (Dabei sollen nach der Freiwirtschaft nach Gesell die Zinsen gar nicht abgeschafft werden, aber das ist hier nicht das Thema).

Bevor ich euch jetzt aber beweise, dass die Gedanken von den Zinskritikern nicht zu Ende gedacht wurden, noch mal ein kurzer Rückblick in die Geschichte der Zinskritiker.

Schon in der Bibel (und auch im Koran) werden Zins- und Wechselgeschäfte als etwas Schlechtes angesehen.1 2 So durften z.B. im Mittelalter und z.T. in der nachfolgenden Zeit in Europa nur Juden und Heiden mit Christen Zinsgeschäfte tätigen, 3 was übrigens ein Grund ist, warum viele Banken wie z.B. Goldman Sachs oder Rothschild jüdische bzw. deutsch-jüdische Namen tragen. Dass die Nationalsozialisten und andere antisimitische Gruppen deswegen gerne vom jüdischen Großkapital und der jüdischen Weltverschwörung sprechen, sei hier nur am Rande erwähnt. Mit dieser Verschwörungshypothese werde ich mich ein anderes Mal auseinandersetzen. Wobei man auch hier wieder sehr gut dran erkennen kann wie wichtig Allgemeinbildung auch im wirtschaftlichen Bereichen ist, um dogmatisches und radikales Gedankengut zu entlarven.

Noch heute sind viele der Zinskritiker Christen, Moslems, Nationalsozialisten und andere Sozialisten sowie Verschwörungshypothetiker, die meinen, dass die Zinsen zur Unterjochung der Menschen gedacht sind.

Kommen wir jetzt aber zurück zur oben genannten Behauptung. Wie ich schon angedeutet habe, stimmt diese nicht. Der Fehler des oben liegenden Gedankenganges ist, dass Geld hier nur als Bestands– und nicht als Flussgröße (Geld pro Zeit) (geändert am 11.07.2013 von naturundwirtschaft) aufgefasst wird. So ist es zwar richtig, dass Zentralbanken ihr gedrucktes Geld gegen Zinsen verleihen, dieses aber nicht zu einer künstlichen Verknappung des Geldes oder gar Unmöglichkeit der Rückzahlung führt. Denn die Zentralbanken bleiben nämlich nicht auf dem Geld sitzen und verstecken es unter ihrer Matratze. Sie führen das Geld der Wirtschaft wieder durch ihre Ausgaben wie Löhne, Abschreibungen und diversen anderen Kosten wieder direkt der Wirtschaft zu.4 Auch die Gewinne fließen an die Anteilseigner (bei Zentralbanken sind dies meist die beteiligten Staaten) zurück 5 und werden so dem WirtschaftsKREISLAUF wieder zugeführt.

Sehr schön finde ich auch die Erklärung auf Wikipedia:

„Zentralbankgeld erlangen die Banken, indem sie sich bei der Zentralbank refinanzieren. Sie erhalten beispielsweise einen Kredit gegen Hinterlegung von Wertpapieren gegen Zinsen. Das Geschäftsbankensystem als Ganzes kann die Zinsen an die Zentralbank nicht ohne weiteres bezahlen, da es Zentralbankgeld nicht schaffen kann und die ausgeliehenen Beträge nur zur Tilgung der Ursprungsschuld reichen. Erst dadurch, dass die Zentralbank Ausgaben zum Eigenbetrieb tätigt und ihren Gewinn ausschüttet, ist es den Geschäftsbanken möglich, Ihre Zentralbankschulden zu bezahlen.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Geldtheorie

http://de.wikipedia.org/wiki/Geldsch%C3%B6pfung

Damit gilt das oben genannte Argument als widerlegt. Wie genau jetzt die Zentralbank mit dem Zinsen versucht die Inflation und Wirtschaftswachstum zu steuern und wie es sich mit dem Angebot und der Nachfrage sowie der Geldschöpfung von Geschäftsbanken verhält, wie dieses Geld mit dahinter liegenden Werten bezahlt wird (was ich auch kurz hier angesprochen habe), welche Kritik an den Zinsen wirklich berechtigt ist und warum Freiwirtschaft eine zu kurz gedachte Idee ist, würden diesen Blogeintrag sprengen und ihn schwer zu verstehen und schlecht leserlich machen.

Wer sich weiter mit dem Thema beschäftigen möchte, dem  lege ich wirklich die Wikipediaartikel nahe. Diese sind meiner Ansicht nach gut geschrieben und eignen sich gut für einen ersten Überblick zu diesen Themen. Wer sich noch weiter informieren möchte kann dann noch in den Literaturverweisen fündig werden. Für einen kleinen Gesamtüberblick über die VWL empfehle ich „Grundzüge der Volkswirtschaftslehre“ von Mankiw und „Makroökonomie“ von Blanchard und Illing. Wenn ihr nicht ein wirtschaftswissenschaftliches Fach studiert könnt ihr auch gerne auf eine ältere und gebrauchte Version zurückgreifen, da Fachbücher doch immer recht teuer sind und sich wie in den meisten empirischen Wissenschaften die Grundlegenden Modelle und Theorien nicht wesentlich ändern. Sie werden meist „nur“ erweitert und verbessert, aber selten völlig überholt, da sie ja auch unvollständig einen Bereich oder bestimmte Situation richtig wiedergeben (ähnlich wie bei Newton und Einstein).

http://de.wikipedia.org/wiki/Zentralbankgeld

Quellen:

1. Altes Testament, 2. Buch Mose; Exodus, 22,24

http://www.bibleserver.com/text/ELB/2.Mose22

2. Koran, Sure 3, Vers 130

http://www.koransuren.de/koran/sure3.html

3. Hans-Jörg Gilomen: Die ökonomischen Grundlagen des Kredits und die christlich-jüdische Konkurrenz in Spätmittelalter. In: Eveline Brugger, Birgit Wiedl (Hgg.): Ein Thema – zwei Perspektiven. Juden und Christen in Mittelalter und Frühneuzeit, Studien-Verlag, Innsbruck 2007, S. 139-169. Stefan Schima: Das kanonische Zinsrecht und die Juden, in: Institut für jüdische Geschichte Österreichs (Hg.): Zinsverbot und Judenschaden. Jüdisches Geldgeschäft im mittelalterlichen Aschkenas, Wien 2010, S. 20-27. Martha Keil: Geldleihe und mittelalterliche jüdische Gemeinde, ebd. (Zinsverbot und Judenschaden), S. 28-35.

4. Gerhard Mussel: Grundlagen des Geldwesens. S. 88-89

5. siehe 4

Mit Quelle

Eigene Meinung

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Happy Draw Mohammed Day

Das Ergebnis steht fest. Leider haben trotz rund 50 Besucher nur 2 Leute abgestimmt. Vielleicht hätte ich die Umfrage etwas höher packen sollen. So ist es 50/50 zwischen der Bombe und dem Halbmond mit Stern ausgegegangen. Die Entscheidung liegt also wieder bei mir. Ich entscheide mich für den Halbmond und zwar aus dem Grund, dass dadurch das Bild einfacher zu verstehen ist und es klarer wird, dass es sich hierbei um Islam- bzw. Mohammedkritik handelt.

Hier ist das Bild:

Wenn ihr wollt, könnt ihr mir gerne eure Bilder schicken. Ladet sie einfach bei einem Bilderuploadserver hoch und schickt mir den Link in den Comments. Wenn sie mir gefallen, packe ich sie als Beitrag in den Blog.

 

https://naturundwirtschaft.wordpress.com/2012/05/18/abstimmung-everybody-draw-mohammed-day/

https://naturundwirtschaft.wordpress.com/2012/01/21/ihhschlamm/

I(hh)s(ch)lam(m)

Warum ich Religionen nicht mag? Und warum vor allem der Islam mir zu wieder ist (mit Ausnahme der Aleviten). Das könnt ihr hier lesen und euch eure eigene Meinung bilden:

http://www.wissenrockt.de/2012/01/20/blasphemie-indonesischer-atheist-verprugelt-und-eingesperrt-24935/

http://hpd.de/node/12706

Eigentlich wollte ich in diesem Blog nicht so viel über Religionen schreiben, aber anscheinend lassen sie mir keine Wahl. Und so werde ich mein „Everybody Draw Mohammed Day“- Bild vom letzten Jahr schon jetzt posten und nicht erst zum 20. Mai. Da kommt dann halt noch ein neues Bild hinzu.

Für die Freiheit!