Spürst du es in dir?


Manchmal frage ich mich, warum ich so ein wissenschaftlich begeisterter Mensch geworden bin. Wohl nicht ganz unschuldig daran ist  meine Kindheit und meine Eltern, vor allem meine Mutter, gewesen. Schon früh war ihr meine Bildung wichtig und trotz relativ bescheidener finanzieller Mittel konnte sie meine natürliche kindliche Neugier (die eigentlich jedes Kind besitzt) erhalten und viele meiner Fragen beantworten. Ich stelle sogar die Hypothese auf, dass schlechte Bildung, fast ausschließlich auf das nicht vorhandene Engagement der Eltern zurückzuführen ist und kaum auf ihre Finanzen oder Bildung. Wie oft habt ihr schon Eltern gesehen, die bei der 2ten oder 3ten „Wieso/Warum-Frage“ der kleinen Kinder (in der Warum-Phase)¹ diese entnervt das Kind angemotzt haben? Meine Mutter hat fast jede meiner Fragen mit Geduld beantwortet und auch mit Zwischenfragen geprüft, ob ich es auch verstanden habe. Wie oft habt ihr Eltern gesehen die unkreatives und fast schon dämliches Spielzeug für ihre Kinder gekauft haben? Ich habe ab etwa 3 Jahre Lego und Bussibär-Lernhefte bekommen. Ab etwa 5 Jahren haben ich und meine Schwester dann Kinder-Entdecken-Bücher z.T. vorgelesen bekommen, wenn wir aus den Bildern und Wortfragmenten nicht schlau wurden. Im Kindergarten war dann mein Interesse an der Wissenschaft vollends erblüht und ich wollte unbedingt in die Schule. Dann begann die Schulzeit und ich bekam meine ersten Was-Ist-Was Bücher, die sich bis etwa zur Mittelstufe zu einer beträchtlichen Sammlung gemausert hatte. Dann fand ich lesen irgendwie doof, was sich bei nicht-wissenschaftlichen Dingen bis heute durchgesetzt hat. Zum Glück gab es ja das Fernsehen und ich habe mir viele Dokumentationen und wissenschaftliche Sendungen (nein, Galileo ist keine wissenschaftliche Sendung) angesehen. In der Oberstufe, als das Internet endlich bezahlbar wurde, hatte ich dann eine riesige Wissensquelle. Leider nimmt, nach meinem Empfindungen, der prozentuale Anteil von echter Wissenschaft bzw. lehrenden Quellen, ab und der Anteil an Pseudowissenschaften und reiner Unterhaltung zu. Das macht es oft schwer vernünftige Informationen zu finden. Das ist mit ein Grund, warum ich seit etwa einem Jahr die „Spektrum der Wissenschaft“ abboniert habe.

Jetzt bin ich aber ein wenig zu weit in der Zeit und mit meinen Gedanken vorangeschritten. Ich wollte nämlich ein Plädoyer an die Eltern halten:

Macht eure Kinder nicht dumm (This is the worst possible thing!)! Und schämt euch nicht etwas nicht zu wissen oder zu verstehen. Wenn ein Thema zu schwer ist schnappt euch ein gutes wissenschaftliches Kinderbuch und lest euch ein. Ich selber schaue hin und wieder Dinge in meinen alten Was-Ist-Was-Büchern nach. Es ist keine Schande sich bei einem unbekannten wissenschaftlichen Thema so einzuarbeiten wie ein Kind. Man kann doch nicht gleich bei 100 anfangen.

Dann möchte ich euch noch etwas über einen lehrreichen Zeichentrickfilm aus meiner Kindheit, den ich letztens wieder entdeckt habe,erzählen. Dieser hat mein Interesse für Human-Biologie geweckt und ich konnte bis in die 10te Klasse das vermittelte Wissen anwenden. Meine Schwester behauptet sogar sich dadurch einige Dinge in ihrem Studium besser merken zu können. Die Zeichentrickserie heißt: „Es war einmal das Leben“ und erklärt verschiedene Dinge, die im Körper ablaufen sehr gut. Die Serie ist sogar für Erwachsene geeignet und um einiges wissenschaftlicher als Galileo und co. Natürlich sind Erythrozyten (rote Blutkörperchen) keine sprechenden Männchen. Das sollte man kleinen Kindern vor oder nach der Sendung vielleicht auch erklären. Ich wette, das jemand, der nicht Biologie und/oder Medizin studiert hier noch neue Sachen entdecken kann:

Des weiteren kann das Intro auch gleich für die Aufklärung benutzt werden. xD

Quellen:
1. http://www.rund-ums-baby.de/entwicklung/Warum-phase_33061.htm

(Abgerufen am 05.01.2012)

Eigene Interpretation

PS: Danke Mama!

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Über naturundwirtschaft

Religiöse Einstellung: Atheist; Politische Einstellung: Rechtsliberal; Philosophische Einstellung: Naturalist und Skeptiker; Beruf: Kampagnenmanager; Ausbildung: Wirtschaftsingenieur (M.Sc.) Interessen: Evolutionsbiologie, Sport, Empirische Wissenschaften (allgemein), ESports, Romane schreiben

Veröffentlicht am Januar 5, 2012, in Naturwissenschaft, Sonstiges. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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