Homöopathie vs Medizin; ein Kampf, den es nicht geben dürfte


Schon lange (etwas mehr als 200 Jahre)¹ gibt es Krieg zwischen Homöopathie-
und Medizinanhängern. Während die einen von der Wirkung der Homöopathie
überzeugt sind, warten die anderen auf Studien, die deren Wirksamkeit beweisen
können. Bisher ist dieses nicht (zumindest nicht ausreichend kontrolliert)
geschehen.

Damit man mich nicht falsch versteht: Es gab und gibt sehr viele Studien über
homöopatische Mittel und keine konnte eine Wirksamkeit über die des
Placeboeffektes nachweisen.²
Aber mit solchen Argumenten darf man Homöopathen gar nicht kommen. Es kommen
dann nämlich die üblichen Verschwörungshypothesen: „Die Wissenschaft hat sich
schon oft in der Vergangenheit geirrt.“ oder „Die böse Pharmaindustrie will
nicht das homöopatische Mittel ihre Medikamente verdrängen.“ etc.
Dabei wird geflissen ignoriert, dass die „Irrwege“ der Wissenschaft nur
mit wissenschaftlichen Methoden gelöst wurden und das hinter der Homöopathie
mittlerweile eine fast schon Milliarden Industrie (alleine in Europa)³ steckt, die

(im Gegensatz zur Pharmaindustrie) nicht nach neuen Medikamenten forschen und deren
Wirksamkeit beweisen muss (ja ganz recht, Medikamente dürfen in Deutschland nur
Vertriebenwerden wenn Wirkungen und Nebenwirkungen durch viele verschiedene Tests und
Studien festgestellt wurden) 4 . Da Homöopathie aber keine Wirkung hat, müssen sie auch
keine staatlichen Tests durchlaufen.

So jetzt habe ich dieses Wort so häufig benutzt, aber was ist das eigentlich?
(alle, die es schon Wissen können diesen Absatz überspringen)
Ich möchte jetzt keine ellenlangen Erklärungen schreiben, deshalb versuche ich
es in möglichst wenigen Sätzen abzuhandeln.
Homöopathie ist nicht (wie viele meinen) das Gleiche wie Naturheilkunde.
Es gibt nur einige Überschneidungen, weshalb viele Leute glauben, dass es das
Gleiche sei. Naturheilkunde ist, wie der Name schon sagt, ein Versuch mit Mitteln
der Natur zu heilen. Und wie man sieht bedient sich die Medizin an der Natur.
In Asperin ist z.B. Acetylsalicylsäure, die (zumindest früher) aus Weidenrinde
gewonnen wurde. Oder wer kennt nicht den Heilkürbis von Granufink.

Homöopathie kann man wohl am besten mit zwei Aussagen beschreiben.
Die Homöopathie meint, dass man Krankheiten mit Mitteln heilen kann, die
beim Patienten die gleichen Symptome auslösen (hier könnte man vllt. noch denken,
dass es kein Blödsinn ist). Und das die Wirksamkeit (Heilungswirkung)
eines Stoffes mit höherer Verdünnung in Wasser, Alkohol, etc. zunimmt.

Die Homöpathen nennen das letztere potenzieren.
Ich nenne es auch potenzieren, aber mit negativem Vorzeichen und größerals 1.
Ich glaube, wenn das wrklich funktionieren würde, dann würde es den
Spirituosenherstellern ziemlich schlecht gehen. Die Leute würden dann
vermutlich einen Tropfen Alkohol stark verdünnen um besoffen zu werden.5
Was würden ich mich freuen! Keine alkoholkranken Leute mehr, die mich um
nen Euro anbetteln.

Aber genug gelästert. Ich will mich mal in die Position eines Homöopathen
begeben und versuchen an die Wirksamkeit zu glauben. Natürlich bleibe ich skeptisch
und wundere mich, warum es keine vernünftige studien gibt, die die
Wirksamkeit der Homöopathie nachweisen.
Da gibt es nur eins. Ich mache mein eigenes Experiment, um es den
ganzen Homöopathieungläubigen zu zeigen. Da ich aber weder eine ausreichende
Menge an Probanden habe, noch die finanziellen Mittel, werde ich es der
Homöopathie noch einfacher machen ihre Wirkung zu beweisen.
Ich werde mich und meinen Hund einfach Therapieren. Dazu werde ich einfach mir
(gegen Reflux) und meinem Hund (gegen Juckreiz) jeweils eine
hoch potenzierte homöopathische Therapie verschreiben.
Naja, ganz so leicht mache ich es aber dann doch nicht. Ich werde die
Mittel jeweils in je eines von 2 gleichaussehenden Behältern schütten.
In den jeweiligen anderen Behälter kommt nur Wasser (oder andere dem homöopathischen
Mittel gleichschmeckenden Substanz) hinein.
Dann verlasse ich den Raum und eine andere Person, die nicht weiß,
welche die richtigen Behälter sind wählt dann jeweils eines aus und schüttet
das andere weg. Um sicher zu gehen, dass einer das Wasser bekommt und
einer das Mittel, werde ich das Wasser entweder dann jeweils links oder
jeweils rechts anordnen. Die Person, die auswählt muss dann jeweils einen
linken und einen rechten Behälter wählen, dieses notieren und möglichst bis zum
Ablauf des Tests sicher verwahren.
So kann ich zumindest zu etwa 75% den Placeboeffekt ausschließen. Natürlich ist
eine Fehleranfälligkeit von 25% sehr hoch und entspricht keinen medizinischen
Standard, aber für ein Heimexperiment ist es doch recht ordendlich.
(Beweis: 2^2 mögliche Ergebnisse gibt es, aber nur eines führt zum Erfolg).

Das schöne ist jeder zu Hause kann so ein Experiment machen. Man braucht nur
3 Leute (wobei einer auch ein Tier sein kann), wobei zwei jeweils mindestens
ein Leiden haben müssen, dann das richtige homöopathische Mittelchen und
schon kann es los gehen.

Natürlich sagt der Test nicht aus, ob vllt. das andere Mittel gewirkt hätte.
Aber es hält ja niemanden davon ab, das Experiment zu wiederholen.

Wann oder ob ich das Experiment starte, weiß ich noch nicht. Da die Dokumentation
und die statistische Auswertung doch recht umfangreich wird und ich neben
diesem Blog noch ein Praktikum mache und meine Bachelorarbeit schreibe.
Aber jedem Homöopathiegläubigen empfehle ich dieses Experiment.

1.Samuel Hahnemann: Organon der Heilkunst., 6. Auflage

2.The Lancet (Bd. 366, S. 726, 2005) (siehe auch: http://www.sueddeutsche.de/wissen/medizin-studie-homoeopathie-wirkt-nicht-besser-als-scheinmedikamente-1.832870 )

3.http://www.welt.de/wirtschaft/article3099273/Tinkturen-und-Pillen-auf-Rezept.html

4.http://de.wikipedia.org/wiki/Arzneimittelgesetz_%28Deutschland%29

5.http://www.kojote-magazin.de/2011/homoopath-nach-einem-tropfen-wein-volltrunken-am-steuer/4192/

Mit Quellennachweis

Eigene Erfahrung

Spaß

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Über naturundwirtschaft

Religiöse Einstellung: Atheist; Politische Einstellung: Rechtsliberal; Philosophische Einstellung: Naturalist und Skeptiker; Beruf: Kampagnenmanager; Ausbildung: Wirtschaftsingenieur (M.Sc.) Interessen: Evolutionsbiologie, Sport, Empirische Wissenschaften (allgemein), ESports, Romane schreiben

Veröffentlicht am Oktober 12, 2011, in Pseudowissenschaften. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Ein Kommentar.

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