Spielen für die Wissenschaft


Wie wir wohl alle wissen kann Wissenschaft, vor allem wenn es um Forschung geht,
sehr teuer sein.¹
Aber viele Leute sind der Meinung, dass sie zu wenig Geld haben. Wie kann man
nun die Wissenschaft unterstützen ohne gleich viel Geld auszugeben oder sich
selbst viel Wissen anzueignen und in die Forschung zu stürzen?
Die Antwort liefert das Internet und macht damit das, wofür es ursprünglich
mal Gedacht war: Wissenschaft und Forschung (bzw. die Kommunikation zwischen
verschiedenen wissenschaftlichen Einrichtungen).² ³

Ich möchte heute ein paar Seiten und Programme zeigen, mit denen ihr die
Wissenschaft unterstützen könnt, ohne viel Geld ausgeben oder Bücher wälzen
zu müssen.

BOINC (http://boinc.berkeley.edu/):
(Berkeley Open Infrastructure for Network Computing). Vereinfacht gesagt
handelt es sich hierbei um ein Programm, das verteiltes Rechnen zulässt.
Dabei werden von einem Server eines frei wählbaren Projektes (z.B. Seti@home)
kleine Datenpakete (WUs: Working Units) heruntergeladen. Diese werden dann
automatische von der CPU (Hauptprozessor) und/oder GPU (Grafikprozessor)
berechnet und danach wieder an das Projekt geschickt. So können dann z.B.
bei Primegrid recht schnell riesige Primzahlen oder andere Dinge berechnet werden.

Eine weitere schöne Sache ist, dass man Punkte für jede berechnete WU bekommt,
so kann man bei dem Boinc-Kontomanager BAM!(http://de.boincstats.com/bam/)
in einer Tabelle schauen wie viel man im Vergleich zu anderen gerechnet hat.

Es gibt viele verschiedene Projekte aus den verschiedensten wissenschaftlichen
Disziplinen. Für jeden ist also etwas dabei.
Natürlich möchte ich euch auch auf kleine Probleme und Fragen hinweisen:

Q: Verbraucht mein PC dadurch nicht mehr Strom?
A: Jaein! Ältere PCs verbrauchen nicht mehr Strom. Diese PCs benutzen ungenutzte
Prozessorzeit für den Idle-Prozess. Im deutschen auch als Leerlauf bekannt.
Das ist so als wenn du bei einem Auto den Gang raus nimmst und trotzdem Gas gibst.
Neuere PCs machen dies nicht und verbrauchen nur Prozessorzeit,
wenn auch wirklich ein Programm läuft. Aber die paar Cent mehr kann man
doch für die Wissenschaft opfern, oder?

Q: Muss ich nur Boinc oder auch die Projektdateien installieren?
A: Man muss nur Boinc installieren. Jedoch muss man sich bei den einzelnen
Projekten anmelden, was ziemlich nervig sein kann. Am besten meldet man sich
bei einem Boinc-Kontomanager wie BAM! (http://de.boincstats.com/bam/) an.
Da kann man sich bei den ganzen Projekten anmelden ohne zu den einzelnen
Projektseiten zu gehen. Man muss jedoch sein Boinc mit dem Kontomanager verbinden.

Q: Können denn da keine Viren oder andere Schadsoftware mit runtergeladen werden,
wenn ich mir die WUs geschickt werden?
A: Können schon, aber es passiert nichts. Denn Boinc erschafft eine so genannte
Sandbox. Hier werden die WUs abgeschottet gerechnet ohne mit anderen Programmen
in Berührung zu kommen.

Q: Werden andere Programme nicht langsam, wenn ich Boinc laufen lasse?
A: Eigentlich nicht. Denn Boinc wurde so programmiert, dass es nur ungenutzte
Prozessorkapazitäten benutzt. Bei einem Multicore-Prozessor können auch
die einzelnen Kerne bestimmt werden, die rechnen sollen. Jedoch hatten
ich und andere Leute Probleme bei hardwarefressenden Spielen. Aber dann
kann man Boinc auch einfach ausschalten. Die WUs gehen nicht verloren.

Q: Bringt das überhaupt was für die Wissenschaft?
A: Eindeutig ja! Hier sind 2 Beispiel- Links zu Boinc-gestützten Entdeckungen:
http://www.sciencemag.org/content/329/5997/1305
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,577935,00.html

Foldit (http://fold.it/):
Als zweites möchte ich euch Foldit vorstellen. Im Gegensatz zu Boinc stellt man
hier nicht passiv irgendetwas zur Verfügung, sondern puzzelt aktiv an
Proteinen herum, die dann zum Beispiel für die Herstellung von Medikamenten
benutzt werden können. Es ist aufgebaut wie ein Puzzlespiel und man bekommt auch
Punkte, so dass man sich mit anderen Spielern vergleichen kann.
Wie kann es aber angehen, dass ein Mensch besser Proteine zusammenpuzzeln kann
als ein speziell dafür ausgelegtes Computerprogramm?
Das ist relativ einfach. Während ein Computerprogramm Optimierungsalgorithmen
benutzt und nur die einzelnen Wege im Rahmen dieses Programms gehen kann, besitzt
der Mensch Intuition, die z.T. genetisch bedingt, aber auch sehr viel durch
Erfahrungen bedingt ist und vermutlich durch unsere Spiegelneuronen ausgelöst wird.⁴

So kann er (natürlich nicht immer) während des Puzzelns schon sehen, ob er auf einem

richtigen Weg ist, oder in eine Sackgasse gerät.

Auch foldit hat schon Ergebnisse geliefert:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,787069,00.html

Quellen:

1.http://www.forschungsinfo.de/iq/agora/finanzen/BIP_line.asp

2.http://www.zeit.de/2001/28/200128_stimmts_internet_xml

3. http://www.isoc.org/oti/articles/0597/leiner.html

4. http://www.br-online.de/br-alpha/wissen-aus-dem-bauch/index.xml

Eigene Meinung

Mit Quellennachweis

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Über naturundwirtschaft

Religiöse Einstellung: Atheist; Politische Einstellung: Rechtsliberal; Philosophische Einstellung: Naturalist und Skeptiker; Beruf: Kampagnenmanager; Ausbildung: Wirtschaftsingenieur (M.Sc.) Interessen: Evolutionsbiologie, Sport, Empirische Wissenschaften (allgemein), ESports, Romane schreiben

Veröffentlicht am Oktober 7, 2011, in Naturwissenschaft, Sonstiges. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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